{"id":222,"date":"2019-03-05T13:39:06","date_gmt":"2019-03-05T12:39:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kolping-babenhausen.de\/kolping\/?page_id=222"},"modified":"2019-03-09T10:07:55","modified_gmt":"2019-03-09T09:07:55","slug":"chronik","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kolping-babenhausen.de\/?page_id=222","title":{"rendered":"Chronik"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"50\" src=\"https:\/\/www.kolping-babenhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/1895.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-187\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Wenn\n man sich mit der Chronik des ehemaligen Gesellenvereins Babenhausen \nbesch\u00e4ftigt, so stellt man fest, da\u00df erst ab 1909 Aufzeichnungen \u00fcber \ndas Leben des Vereins in einem Protokollbuch festgehalten wurden. <\/p>\n\n\n\n<p>Was\n vor 1909 war, mu\u00df Zeitungsauschnitten aus dem vorigen Jahrhundert \nentnommen oder aus der Aufzeichnung eines Gr\u00fcndungsmitglieds \nherausgelesen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Am  29.09.1895 lud der H. H. Pfarrer Josef Heel die hiesigen  Handwerksmeister und Gesellen in das St. Josefshaus zur Gr\u00fcndung eines  katholischen Gesellenvereins ein. Die Versammlung wurde zahlreich  besucht. Nach Bekanntgabe der Ziele und Bekanntgabe der Statuten  erfolgte die Gr\u00fcndung. <\/p>\n\n\n\n<p>Fast 70 B\u00fcrger und ungef\u00e4hr 40 Jugendliche traten am selben Abend dem neuen Verein bei.<\/p>\n\n\n\n<p>Sogleich  las man am 01.10.1895 im &#8222;Iller-Roth- und G\u00fcnz-Boten&#8220; von dem freudigen  Ereignis, welches Babenhausen in den folgenden Jahren pr\u00e4gen wird.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"50\" src=\"https:\/\/www.kolping-babenhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/1897.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-188\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Der\n Wunsch eine eigene Fahne zu besitzen, geht zur\u00fcck bis in die \nGr\u00fcnderzeit. Aber woher die Mittel nehmen bei einem Mitgliedsbeitrag von\n 20 Pfennig? <\/p>\n\n\n\n<p>Zuerst\n wurde gesammelt und nach 4 Nachmittagen hatten die erfinderischen \n&#8222;Jungkolpingler&#8220; bereits 400 Mark zusammen. Anschlie\u00dfend wurde das \nTheaterst\u00fcck &#8222;Der Gemeindedepp&#8220; einstudiert. Nach vier ausverkauften \nAuff\u00fchrungen war der Grundstock f\u00fcr die Fahne mit 600 Mark gelegt. Eine \nbeachtliche Summe f\u00fcr damalige Verh\u00e4ltnisse!<\/p>\n\n\n\n<p>Gemeinschaftlich\n durch Maler-, Schreiner-, Goldschmied- und Nadelstickarbeit entstand \ndie noch heute in orginalen pr\u00e4chtigen Farben strahlende Fahne. <\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso  bei pr\u00e4chtigem Sonnenschein wurde diese am 26.09.1897 gewiehen. Der  Bericht \u00fcber die Fahnenweihe endete mit folgenden Worten: &#8222;Wir wollten  auch Fahnenjungfrauen haben, aber H. H. Pfarrer Heel hatte es uns nicht  genehmigt&#8220;. Strenge Sitten \ud83d\ude09<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcbrigens,\n das feierliche Amt zur Fahnenweihe wurde unter der Leitung seines \nChorregenten A. Jochum begleitet, der eine f\u00fcnfstimmige Vokalmesse von \nMitterer zur Auff\u00fchrung brachte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"50\" src=\"https:\/\/www.kolping-babenhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/1914.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-189\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>&#8222;Vorstadt&#8220;\n nannte man die Gegend zusammen mit dem &#8222;Paradies&#8220; im Osten \nBabenhausens. Hier standen Bauernh\u00e4user, meistens mit einem \nFachwerkgiebel. &#8222;Kobelhof&#8220; hie\u00df das heutige Pfarrzentrum &#8211; unser \nKolpinghaus. Der letzte Besitzer hie\u00df Jehle. Dieser verkaufte oder \nverschenkte es dem Mutterhaus der Franziskanerinnen in Augsburg. Am \n4.03.1914 ging das Haus durch Schenkung an den katholischen \nGesellenverein \u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits\n 1889 lie\u00df Pfarrer und Dekan Josef Heel in die Stallungen des \nBauernhauses einen bemerkenswerten Saal mit 8 S\u00e4ulen einbauen. <\/p>\n\n\n\n<p>St. Josefshaus stand auf der S\u00fcdseite \u00fcber der T\u00fcre und es beheimatete den Gesellenverein seit seiner Gr\u00fcndung 1895.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein  Haus im Dienste der Allgemeinheit, das viele Stufen und Ver\u00e4nderungen  durchlaufen hat. Beim Betreten des Pfarrzentrums St. Andreas, einst  Kolpinghaus, ist stichwortartig in Bildern und Text die Geschichte des  Hauses in einer Grafik dargestellt. Es soll f\u00fcr die Zukunft festgehalten  werden, was sich in \u00fcber 100 Jahren in diesem Hause zugetragen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz\n nach dem der Gesellenverein die Besitzrechte an seinem Haus geregelt \nhatte, mussten zahlreich Mitglieder an die Kriegsfront einr\u00fccken. Wegen \nder nun sehr geringen Zahl an Mitgliedern wurde die Monatsversammlung in\n das Nebenzimmer des F\u00fcrstlich Fuggerschen Br\u00e4uhauses verlegt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"50\" src=\"https:\/\/www.kolping-babenhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/1918.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-190\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Gleich nach Beendigung der Kriegshandlungen wird 1918 der &#8222;volle Vereinsbetrieb wieder aufgenommen&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>\n Straff werden die Aussch\u00fcsse organisiert und unter strenger Kontrolle \nder Teilnahme wieder obligatorische Monatsversammlungen im St. \nJosefshaus eingef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>\n Dort wird auch gleich der Monatsbeitrag von 50 Pfennig eingehoben. Vor \nder Versammlung mu\u00df der Vereinsdiener immer die Schulb\u00e4nke- und Tische \nausr\u00e4umen. <\/p>\n\n\n\n<p>Im\n Mai 1918 sind schon wieder 38 Mitglieder anwesend. Zu Weihnachten wird \ndann wieder eine Tradition aufgenommen, die schon vor dem Krieg gepflegt\n wurde, das Theaterspielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem Fortbildungs- und Weiterbildungsgedanken wird gro\u00dfer Raum im k\u00fcnftigen Jahresprogramm einger\u00e4umt.<\/p>\n\n\n\n<p>Regelm\u00e4\u00dfig  werden Vortr\u00e4ge \u00fcber Reisen (hierbei werden schon die ersten  Lichtbilder gezeigt), geschichtliche und kunstgeschichtliche Themen  gehalten. Aber auch Handwerksf\u00e4higkeiten werden erl\u00e4utert, ebenso kommen  Verwaltungsfachleute mit Versicherungsfragen zu Wort.  Gesundheitsprobleme werden angesprochen und auch \u00fcber politische Themen  referiert. Nach M\u00f6glichkeit werden alle diese Vortr\u00e4ge von Personen aus  dem Markt gehalten, bei Bedarf werden auch ausw\u00e4rtige Referenten  angefordert.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"50\" src=\"https:\/\/www.kolping-babenhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/1932.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-191\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Krisenzeiten k\u00fcndigen sich an.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\n Mitgliedsbeitr\u00e4ge werden neu festgesetzt. Sie betragen f\u00fcr Mitglieder \n60 Pfennig, f\u00fcr Erwerbslose 40 Pfennig, Theaterspieler sind vom Beginn \nbis zur Auff\u00fchrung beitragsfrei. Die \u00dcbernachtungsgeb\u00fchr f\u00fcr \nDurchreisende wird mit 25 Pfennig f\u00fcr den Verein und 2 Pfennig f\u00fcr den \nHausmeister festgelegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Am\n 08.06.1933 fahren 13 Babenhauser Gesellen mit Pr\u00e4ses S\u00fc\u00dfmaier und dem \nKolpingbanner nach M\u00fcnchen zum gro\u00dfen Deutschen Gesellentag.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese  gro\u00dfe Veranstaltung wird von der Bayerischen Politischen Polizei  vorzeitig abgebrochen, bei dem die Babenhauser Kolpings\u00f6hne ihr Banner  einb\u00fc\u00dften. Die Heimreise erfolgte mit &#8222;gedr\u00fcckter Stimmung&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"50\" src=\"https:\/\/www.kolping-babenhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/1934.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-192\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Hier endet die Chronik vorerst.<\/p>\n\n\n\n<p>Der katholische Gesellenverein wird mit Beginn des dritten Reiches in &#8222;Kolpingsfamilie&#8220; umbenannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob\n der Verein noch t\u00e4tig war ist nicht bekannt. Fest steht, dass 1938 das \nSt. Josefshaus unter politischem Druck an den Landkreis Illertissen \nabgegeben werden musste und 1939 im Zuge einer Umgestaltung, vier \nSchuls\u00e4le eingebaut wurden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"50\" src=\"https:\/\/www.kolping-babenhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/1948.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-193\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Chronik beginnt mit dem Jahr 1948 neu, mit folgender \u00dcberschrift:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Und neues Leben bl\u00fcht aus den Ruinen&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Pfarrer  Franz Xaver Knaus bem\u00fchte sich sofort, unter F\u00fchlungnahme zu  Altkolping-Mitgliedern, den Kolpingverein im August 1947 neu zu  gr\u00fcnden. <\/p>\n\n\n\n<p>Das  Kolpinghaus war verloren. Aber in langwierigen Verhandlungen des  Pfarrherrn mit dem Landkreis Illertissen gelingt es zun\u00e4chst den Saal  au\u00dferhalb der Schulzeit als Versammlungsraum zu nutzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit\n eisernem Willen wird der R\u00fcckkauf des Geb\u00e4udes betrieben. Eine Sammlung\n im Markt erbringt 6000 Reichsmark f\u00fcr den armen Verein. <\/p>\n\n\n\n<p>Endlich\n wird 1948, ein Tag vor der W\u00e4hrungsreform der Kaufvertrag \nunterschrieben und 8000 Reichsmark bar bezahlt. Endlich ist die \nKolpingsfamilie wieder im Besitz ihres altehrw\u00fcrdigen Hauses und das \nVereinsleben beginnt wieder zu bl\u00fchen.<\/p>\n\n\n\n<p>In  kolpingtypischer Gemeinschaftsarbeit wird der Westgiebel des Hauses  renoviert. Ebenso erfolgt ein Umbau der Schuls\u00e4le um geeignete  Versammlungsr\u00e4ume f\u00fcr Jung-Kolping zu schaffen. Im Dachgescho\u00df wird eine  Wohnung ausgebaut und eine zus\u00e4tzliche \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeit f\u00fcr  durchreisende Kolpings\u00f6hne erstellt. 1954 wird der Fachwerkgiebel  freigelegt. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"50\" src=\"https:\/\/www.kolping-babenhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/1952.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-194\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Durch\n die Ansiedlung der Firma Schw\u00e4bische Formdrehteile kommen zahlreiche \njunge Gesellen nach Babenhausen. Viele waren bereits Kolpingmitglieder \nin Ottobeuren und schlossen sich dem hiesigen Verein an, was dann auch \neine starke Belebung zur Folge hatte. <\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend\n des Winterhalbjahres finden jetzt regelm\u00e4\u00dfig am Dienstag Gesellenabende\n statt. Zahlreiche Pers\u00f6nlichkeiten aus dem Markt stellen sich zur \nVerf\u00fcgung um \u00fcber aktuelle Themen zu referieren. <\/p>\n\n\n\n<p>Faschingsb\u00e4lle und Theaterauff\u00fchrungen m\u00fcssen in den gr\u00f6\u00dferen Saal des Br\u00e4uhauses ausgelagert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>In\n den 60er- Jahren wird die religi\u00f6se Gruppenarbeit mit Bibelabenden \nwieder st\u00e4rker aufgenommen. Die Mitgliederzahlen gehen jedoch zur\u00fcck. So\n erscheinen bei der Generalversammlung 1964 nur 14 Mitglieder. Aber es \nwerden weiterhin Vortr\u00e4ge gehalten, die zu aktuellen Themen, wie \nBetreibsratswahlen, Wahl zur Vertreterversammlung der Krankenkasse und \nzu technischen Neuerungen Stellung nehmen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"50\" src=\"https:\/\/www.kolping-babenhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/1967.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-195\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Zum  Jahresende verl\u00e4\u00dft der bisherige Pr\u00e4ses Franz Xaver Knaus Babenhausen  um eine neue Pfarrstelle in Amerdingen anzutreten. Die Kolpingfamilie  dankt ihm f\u00fcr zwanzigj\u00e4hrige Betreuung und ganz besonders daf\u00fcr, dass es  ihm in \u00e4usserst z\u00e4hen Verhandlungen gelungen ist, dass enteignete  Kolpinghaus wieder f\u00fcr den Verien zur\u00fcckzukaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 2.4.1968 wird als Pr\u00e4ses der neue Pfarrherr Lothar Lidel gew\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier  enden die Aufzeichnungen im alten Protokollbuch. Die weiteren  Entwicklungen des Kolpingvereins wurden &#8222;fliegenden Bl\u00e4ttern&#8220; entnommen,  die 1. Vorsitzender Theo W\u00f6lfle zusammengestellt hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man sich mit der Chronik des ehemaligen Gesellenvereins Babenhausen besch\u00e4ftigt, so stellt man fest, da\u00df erst ab 1909 Aufzeichnungen \u00fcber das Leben des Vereins in einem Protokollbuch festgehalten wurden. Was vor 1909 war, mu\u00df Zeitungsauschnitten aus dem vorigen Jahrhundert entnommen oder aus der Aufzeichnung eines Gr\u00fcndungsmitglieds herausgelesen werden. Am 29.09.1895 lud der H. H. Pfarrer Josef Heel die hiesigen Handwerksmeister und Gesellen in das St. Josefshaus zur Gr\u00fcndung eines katholischen Gesellenvereins ein. 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